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Regionen sind räumliche Innovationssysteme, die sich dadurch auszeichnen, dass Akteure die Potentiale einer Region erkennen und deren Wettbewerbsfähigkeit weiterentwickeln, indem sie unternehmerische Handlungsspielräume zulassen, und zugleich die Lebensqualität der Menschen in den Regionen nicht aus dem Blickfeld verlieren. Was ist wichtiger: Wettbewerbsfähigkeit für die Wirtschaft oder Lebensqualität für die Bürger in den Regionen?

Die Frage ist müßig, denn am Ende brauchen sich beide in hohem Maße. Betriebliche Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht den Erhalt oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze, was nur gelingen kann, wenn die Produkte und Dienstleistungen auch Käufer finden. Diese wiederum findet man nur, wenn die Angebote internationalen Standards standhalten und idealerweise auch die regionalen Besonderheiten zum Ausdruck bringen. Innovation braucht internationale Vergleichbarkeit, das gilt für die Waren in den Einzelhandelsgeschäften genauso wie für touristische Dienstleistungen.

Lebensqualität garantieren bedeutet einen sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen und das Schaffen eines Lebensgefühls bei Einheimischen und Gästen, das von Glaubwürdigkeit bei Angebot und Nachfrage gekennzeichnet ist. Das wiederum bedeutet ein klares Bekenntnis zu einem Tourismus, der hohen Ansprüchen gerecht wird, einen Beitrag zur Lebensqualität der Einwohner leistet und vor allem entschlossen ist, nicht jede Form und jeden Auswuchs zu akzeptieren.

Eine Region hat immer jene Gäste, die es sich verdient. Insofern haben wir noch viel Arbeit vor uns, jenen Qualitätstourismus weiter zu entwickeln, der den Verlockungen eines Massentourismus standhält und einzigartige Nischen besetzt, die sich international messen lassen und Wertigkeit versprechen. Das sind beileibe nicht nur Premiumhotels und möglichst große Skigebiete, sondern kann auch ein glaubwürdiges Urlaubsangebot am Bauernhof sein, das international einzigartig ist, und nur dann einen hohen Wert haben kann, wenn es – wie gesagt – den Verlockungen des Massentourismus standhält. Es geht um jene Wertigkeit, die sich aus dem Beitrag der Diversifizierung und Internationalisierung der Gästestruktur ergibt.

Das Tourismusland Südtirol hat den Vorteil, sein Erfolgsmodell auf zwei Hauptmärkte – Deutschland und Italien – aufbauen zu können, was vor allem Risikoabfederung bedeutet. Es wird aber zu einer Frage der zukünftig notwendigen Wettbewerbsfähigkeit, neue Gästesegmente in neuen Ländern anzusprechen, die bereit sind, den Anspruch an Wertigkeit zu bezahlen. Denn Märkte, die man gut kennt, und die eine bestimmte Größe erreichen, begegnet man mit zunehmender Standardisierung und Oberflächlichkeit in Gastlichkeit und Gastfreundschaft. Dies ist der Anfang des viel diskutierten Massentourismus.

Südtirol muss zunehmend erreichbar sein für jene internationalen Gäste, die von den Tourismusregionen nicht Oberflächlichkeit erwarten, sondern den notwendigen Tiefgang und die Glaubwürdigkeit – das ist mit Massen nicht zu schaffen, zumindest nicht langfristig! Ein anspruchsvoller Chinese, ein wählerischer Neuseeländer oder ein international erfahrener Amerikaner können das traditionelle Dienstleistungsverständnis gehörig auf den Kopf stellen – und das ist gut so. Mobilität und der Erreichbarkeit werden damit zu einer zentralen Voraussetzung, um den Premiumzielgruppen des internationalen Tourismus einen Zugang zu den Besonderheiten des Landes zu ermöglichen.

Diversifikation bedeutet Mehrwert schaffen. Dieser Mehrwert wird speziell dann ersichtlich werden, wenn Südtirol einmal nicht mehr imstande sein sollte, mit den zwei Hauptmärkten seine Betten zu füllen, und wenn die neuen Gäste aus dem internationalen Raum auch nicht mehr bereit sind, die traditionellen Angebote alleine zu buchen. Neues wird gefordert werden und Innovation wird dann zur Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität.

Autoren: Harald Pechlaner und Michael Volgger

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1 Comment. Leave new

  • Ein Ausbau / eine Erweiterung bewirkt meist mehr Qualität, doch ab diese Vorgehensweise tatsächlich rentabel ist, liegt an andere Faktoren. Ob nun ein höherer Tourimus auch einen höheren Lebenstandard durch mehr Einfluss an Geldern oder evtl. genau das Gegenteil durch zuviel Fremdeinwirkung in beispielsweise Tradition bewirkt, sei umstritten.

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