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Pfunders-Hoefefest

© TV Gitschberg-Jochtal

Am 14. September 2014 findet am Pfunderer Höfeweg, einem der zentralen Attraktionsprodukte des Pfunderertals, das ‚Pfunderer Höfefest‘ statt. Beim Parthhof, Pichlerhof, Wieserhof und Obergasserhof erhalten die Gäste einen lebendigen Einblick in bäuerliche Brauchtümer und werden mit lokalen kulinarischen Spezialitäten und traditioneller Musik aus dem Tal verwöhnt.

Das Höfefest als Beispiel für ein authentisches, erlebbares Produkt ist aus einem Projekt heraus entstanden, welches das EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement im Pfunderertal begleitet. Pfunders, ein Ortsteil der Gemeinde Vintl, ist vor allem geprägt durch eine noch ursprüngliche Natur, die Pfunderer Berge und eine Jahrhunderte alte bäuerlichen Kultur und Tradition. Das Pfunderertal hat sich eine ungekünstelte Echtheit, Ruhe und Ursprünglichkeit bewahrt und verkörpert in gewisser Weise das Gegenteil eines künstlich geschaffenen touristischen Produktes. Das ‚Pfunderer Höfefest‘ bietet dabei Gelegenheit die einmaligen kulturellen und naturräumlichen Eigenschaften des Tals und die Gastfreundschaft der Einheimischen nach außen zu tragen.

Die Schaffung authentischer Produkte und unverfälschter Erlebnisse sind oft zentrale Erfolgselemente alpiner Destinationen. In vielen Tälern und Orten Südtirols wird es dem Gast ermöglicht, in die gelebten Werte der Einheimischen einzutauchen und diese gewissermaßen mitzuerleben. Im Rahmen kulinarischer Angebote, traditioneller Feste oder naturintensiver Wandererlebnisse kann der Gast die zentralen Attraktionselemente einer Region entdecken und ihren Charakter erfahren. Von der Vision zum konkreten Produkt und damit zu einer glaubwürdigen, langfristigen Positionierung lautet also der Leitgedanke. Auf Destinationsmanagement-Ebene muss dafür jedoch das Spannungsfeld zwischen Werten und Kernkompetenzen auf der einen Seite und konkreter Produktentwicklung auf der anderen Seite überwunden werden. Es gilt, langfristige, zeitlose Werte und Themen zu definieren, mit denen sich die Einheimischen identifizieren und für die eine Region steht. Dadurch wird strategische Kontinuität gesichert und Wiedererkennbarkeit geschaffen. Erst auf dieser Basis können konkrete Produkte und Angebote entwickelt werden, die durch ihre gelebte Authentizität auch erfolgreich auf einem regionalen und globalen Markt positioniert werden können. Gelebte Authentizität bedeutet in diesem Sinne also:

  • Orientierung an einem bestehenden Lebensraum und seinen stabilen Werten.
  • Ausrichtung an lokalen Stakeholder-Gruppen (Landwirte, Handwerker, Touristiker, etc.)
  • Schaffung langfristiger horizontaler und vertikaler Synergien und deren sukzessive Stärkung.
  • Stärkung der Sichtbarkeit durch einheitliche thematische Positionierung.

Im Rahmen des Projektes im Pfunderertal wurden auf Basis eines partizipativen Ansatzes zuerst Werte und Themen des Pfunderertals definiert und schließlich die folgenden Kernkompetenzen abgeleitet: “gelebte bäuerliche Kultur spüren”, “in den Grünen Bergen verweilen” sowie “kleine Kostbarkeiten entdecken”. In einem zweiten Schritt folgte die Definition einzelner Maßnahmen für die Umsetzung dieser Kernkompetenzen. Das ‚Pfunderer Höfefest‘ ist ein daraus entstandenes Event, welches versucht alle drei Kernkompetenzen zu vereinen.

Durch das ‚Pfunderer Höfefest‘ werden Werte und Identität des Tals widergespiegelt und durch ein konkretes Produkt sichtbar und erlebbar gemacht. Diese sogenannte ‚resource-based view‘ steht auch im Gegensatz zur ‚market-based view‘ – zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wird primär der Lebensraum einer Destination in den Vordergrund gestellt. In Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung ist es durch das ‚Pfunderer Höfefest‘ gelungen, das Spannungsfeld zwischen Kernkompetenz, Vision und greifbarem Produkt zu überwinden und ein attraktives und “echtes” Angebot für die Destination Pfunderertal zu entwickeln.

Gefördert im Rahmen des ESF-Projektes „Maßnahmen zur Förderung der lokalen Entwicklung und des Unternehmergeists in den strukturschwachen Gemeinden Prettau, Mühlwald, Prags, Gsies, Toblach, St. Martin in Thurn, Sexten, Ahrntal und Vintl; Faszikel Nr. 2/2/2012“

 

Autoren: Lena-Marie Lun, Michael Volgger

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