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Das Beste am Weg ist, dass es kein Weg ist. Der Pfunderer Höhenweg ist 72 km lang und bewegt sich im Rahmen eines Höhenprofiles von 5.600 m zwischen Sterzing und Bruneck im nordöstlichen Südtirol. Die Pfunderer Berge sind als einsame Berge bekannt und stellen auch heute noch ein vom Massentourismus fast unberührtes Berg- und Wandergebiet Südtirols dar. Südtirols Höhenwege wurden vornehmlich in den 70er und 80er Jahren als erweitertes Angebot an bergaffine Zielgruppen unter besonderer Berücksichtigung der Verbindung zwischen unterschiedlichen Schutzhütten errichtet. In Südtirol gibt es insgesamt neun Höhenwege, wobei eine klare Abgrenzung und Definition nicht ganz so einfach ist. Sie variieren in der Kilometeranzahl der Gesamtstrecke (von 25 km bis hin zu 150 km) und befinden sich auf einer Höhe ab ca. 1500 m bis hin zu fast 3000 m in alpinem Gelände. Der Pfunderer Höhenweg ist jedoch demzufolge der schwierigste und wohl auch herausforderndste der bestehenden Höhenwege in Südtirol. Im Unterschied zu anderen Höhenwegen (z. B. Meraner Höhenweg) verlangt der Pfunderer Höhenweg dem Gelände entsprechend einen besonders hohen Grad an Konzentration und Kondition beim Begehen des Weges.

Große Passagen des Weges sind eben kein Weg. Wegabschnitte führen entlang von eigens dafür angebrachten Markierungen über weg- und stegloses Gelände in unterschiedlichen Höhenprofilen. Aus dem touristischen Blickwinkel kann der Pfunderer Höhenweg als „Königsweg“ unter den Südtiroler Höhenwegen bezeichnet werden, weil er durch besondere Schwierigkeitsgrade eine Art Gegengewicht zu den anderen Höhenwegen darstellt. Eine besondere Herausforderung Südtirols und anderer Bergregionen besteht nicht zuletzt auch darin, dass die Stärkung der Bergkompetenz und der alpinen Profilierung entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit sein wird. An Stelle der Kommunikation und Vermittlung von „leichten“ Bergen, die für alle Zielgruppen Erlebniswelten darstellen, geht es zunehmend darum, im Wettbewerb mit anderen Ferienerlebnissen auch ein klares Bergprofil zu positionieren, welches nicht zuletzt die Beschwerlichkeiten des Wirtschaftens, Lebens und Freizeit-Verbringens am Berg darstellt. Der inszenierte Berg kann sehr schnell als Erlebniskarussell wahrgenommen werden, welches ausschließlich Leichtigkeit vermittelt und somit mögliche Fehleinschätzung zur Folge hat. Diesen Fehlschluss gilt es zu vermeiden, in dem eben auf jene Bergkompetenz hingewiesen wird.

Nicht jeder Weg muss auch ein Weg sein. Oder anders ausgedrückt: Wege sind Infrastrukturen, um Ziele zu erreichen, abgesehen davon, dass Wege manches Mal das Ziel selbst darstellen. Aber es geht auch darum, den Berg zu verstehen und vor allem die Menschen, die am Berg leben. Die Suche des Weges in unterschiedlichen Bereichen von Tälern und Gebirgen kann ohne weiteres dazu beitragen, die Bergkompetenz zu stärken und dem Besucher einen kleinen Eindruck davon zu vermitteln, dass das Urlauben und Freizeit-Verbringen in den Bergen etwas ganz Besonderes darstellt – etwas, das man sich ein Stück weit auch erarbeiten muss. Genau deshalb ist es so wichtig, Bergkompetenz zu vermitteln: fehlt diese Kompetenz nämlich, so kommt es zu einer Verharmlosung der Natur und der ihr innewohnenden Kraft und Gefahr, die von ihr ausgehen kann – oft verstärkt von inszenierten Erlebniswelten in den Bergen. Um es auf den Punkt zu bringen: Um die Verharmlosung der Natur und der Berge zu verhindern, muss Bergkompetenz in all ihren Facetten vermittelt werden.

Autoren: Harald Pechlaner, Michael Volgger, Greta Erschbamer

 

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