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entwicklung südtirol berggebiete

Der Name ist Programm für die Plattform Land – Allianz für lebendige, ländliche Räume. Das Besondere an dieser Interessengemeinschaft ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure und ihre Organisation. Mitglieder sind die Landesregierung und -verwaltung, öffentliche Körperschaften wie die Bezirksgemeinschaften und Wirtschaftsverbände sowie Raiffeisenverband, Handelskammer, LVH, hds, HGV, Unternehmerverband und VSFreiberufler. Der Südtiroler Bauernbund und der Gemeindeverband sind Leadpartner. Zwei Fachbeiräte erarbeiten die wissenschaftlichen Grundlagen.

Unter Mitwirkung der EURAC, geht es zunächst um die Abwanderung im ländlichen Raum. Externe Experten wie Thomas Egger von der Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) unterstützen die Arbeit. Am 13. Juni fand die 1. Tagung der Plattform Land zum Thema „Netzwerke im ländlichen Raum“ in Tramin statt.

Der integrative Ansatz der Plattform ist erfolgversprechend, um umsetzbare Maßnahmen zu erarbeiten. Denn jetzt müssen die Weichen gestellt werden, um resiliente Bedingungen zu schaffen, wenn man den drängenden Problemen schrumpfender Bevölkerung und Jobs in bestimmten Landgemeinden Herr werden will. Es geht um die Erhaltung der Lebensqualität in den peripheren ländlichen Gebieten. Viele positive Beispiele zeigen, wie das erreicht werden kann. Aber lässt sich das, was in einer Region funktioniert auch in einer anderen Region mit anderen Rahmenbedingungen anwenden?

Probleme im und um den ländlichen Raum stossen hierzulande auf großes Interesse und werden mit besonderem Augenmerk analysiert. Die Ereignisse um Mals zeigen, dass es im ländlichen Raum in zunehmenden Maße um Interessenskonflikte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen geht. Wir wissen, wie viele Antagonisten sich mittlerweile im ländlichen Raum tummeln. Reichen unsere Kenntnisse für diese vielfältige, konfliktgeladene Situation? Sind nicht vielmehr neue Ansätze notwendig, um mit diesen Konflikten umzugehen und nach Kompromissen zu suchen? Oder brauchen wir die führende Hand von oben?

Alleine werden die ländlichen Gebiete kaum erfolgreich sein. Interkommunale Zusammenarbeit, urban-rurale Partnerschaften und horizontale und vertikale Kooperationen in und zwischen den Sektoren sind gefragt. Die vorhandenen Potentiale, wie die ausbaufähige Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gastronomie und Beherbergungsbetrieben, sind von den lokalen Akteuren proaktiv voran zu treiben. Einige vielversprechende Projekte, u.a. im Rahmen des ESF-Programmes, wurden ausgearbeitet, aber oft nicht weiter umgesetzt. Zu begrüßen ist die Kletterwand an der Marteller Staumauer. Im ESF- Zukunft 2030 Projekt ermittelte hierfür die EURAC, zusammen mit Vertretern der Gemeinde und der Betreibergesellschaft, umsetzbare Möglichkeiten. Konkrete technische Lösungen wurden ausgearbeitet und sind auf fruchtbaren Boden gefallen.

Autor: Thomas Streifeneder

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